Vergiss nie: Du bist ein Vorbild (Teil 2)

Mother and Daughter

Wir imitieren das Verhalten unserer Bezugsgruppen, denn es liegt in unseren Genen und wir passen uns an, selbst dann, wenn wir es besser wissen!

In meinem letzten Blog habe ich behauptet, dass Du eine lebendige Kopiervorlage bist.

Warum ist das so? Ich habe recherchiert und möchte Dir die wissenschaftlichen Erkenntnisse in diesem Zusammenhang schnell zeigen:

Wir sind wahre Meister der Imitation

Gemäss dem Evolutionsbiologen Thomas Junker wurden unsere Gehirne im Verlauf der Evolution so konfiguriert, dass wir zu wahren Meistern der Imitation wurden. Gerade in dieser Hinsicht seien wir Schimpansen deutlich überlegen. Vergleiche man das Lernverhalten von Schimpansen und Kindern, so zeige sich bei Kindern eine höhere Kopiergenauigkeit. Während Schimpansen in ihrem Verhalten eher pragmatisch auf das Ziel orientiert seien, versuchten Kinderkinder das Verhalten anderer genau nachzuahmen. Auch wenn das im Einzelfall weniger effektiv sei.

In seiner Streitschrift „Keine Macht den Doofen“ des Philosophen und Publizisten Michael Schmidt-Salomon liegt in der Fähigkeit zu genauer Imitation die Wurzel aller menschlichen Kulturleistungen. Allerdings, ist sie ist auch die Wurzel aller menschlichen Dummheit. Warum? Weil der Mensch darauf programmiert ist, alles zu imitieren, was er in seiner Kultur vorfindet, selbst den grössten Schwachsinn. Für Kinder ist diese bedingungslose Bereitschaft zur Nachahmung sogar überlebensnotwendig. Würden sie nicht von sich aus versuchen, Laute zu imitieren, deren Sinn sie nicht verstehen, könnten sie niemals eine Sprache erlernen. Auch später noch sind sie in ihrem Bestreben sich in der Welt zu orientieren, auf Gedeih und Verderb ihrem kulturellen Umfeld ausgeliefert. Neugierig saugen sie alle Informationen auf, die ihnen geboten werden. Dabei ist ihr Vertrauen in die Richtigkeit der Aussagen ihrer Bezugspersonen in den ersten Jahren grenzenlos. Das liegt nicht zuletzt daran, dass ihr eigenes Weltbild noch nicht so fest etabliert ist, als dass sie auf ihrer Grundlage die Stimmigkeit von Behauptungen überprüfen könnten. Mit der Zeit aber werden sie aber ein ganzes Arsenal tradierter Sichtweisen erlernen, die ihre Vorstellungen von wahr und falsch, gerecht und ungerecht, schön und unschön bestimmen.

Zähneputzen

 

Konformität als grundlegendes Merkmal im menschlichen Sozialverhalten

In einem sehr aktuellen Artikel der Daily Science vom 30. Oktober 2014 wurden die Forschungsergebnisse von Daniel Haun, einem der führenden Forscher für Psychologie des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie der Universität Jena publiziert. Zusammengefasst wird folgendes gesagt:

Vom Spielplatz unserer Kinder bis ins Büro der Chefetagen: Menschen imitieren das Verhalten anderer Menschen, Menschen passen sich an, Menschen folgen den Normen ihres Beziehungsumfelds. Dieses Bedürfnis nach Verhaltenskonformität liegt in unseren Genen. Konformität oder das Bedürfnis sich anderen anzupassen, ist ein sehr grundlegendes und natürliches Merkmal der menschlichen Sozialisierung. Dieses Verhalten stellt sicher, wer dazugehört und wer nicht. Es hilft, Gruppen zu koordinieren, ermöglicht unsere kulturelle Vielfalt und ist somit ein Grundmerkmal der Spezies Mensch. Das bedeutet aber nicht, dass Konformität unter allen Umständen immer das Richtige ist. Sich anderen anzupassen kann gut oder schlecht, nützlich oder hilfreich, angemessen oder unangemessen sein. Dies ist sowohl für Einzelpersonen als auch für Gruppen gültig, in denen sich diese Individuen bewegen. Tatsache ist aber, dass wir uns fast immer anpassen und unsere Gesellschaft würde ganz anders aussehen, ohne dieses grundsätzliche Verhalten.

Die Forschungsergebnisse zeigen erstaunliche Ergebnisse: „Menschen tendieren klar dazu, ihre eigenen Präferenzen aufzugeben, wenn sie dadurch besser in ihre Bezugsgruppe passen. Sich auf die Mehrheit zu verlassen, wenn etwas Neues gelernt wird, macht durchaus Sinn. Erwachsene Menschen tendieren aber selbst dann dazu, ihrer Bezugsgruppe zu folgen, wenn ihr Verstand dank einer bereits gemachten Lernerfahrung ein anderes Verhalten als richtig erachtet. Dies einzig aus dem Grund, weil sie nicht auffallen möchten.

Die Forschungsergebnisse haben zudem gezeigt, dass die Motivation, sich seinem sozialen Umfeld anzupassen, beim Menschen schon sehr früh zu Tage tritt: “Wir waren überrascht, dass Kinder bereits im Alter von 2 Jahren bereits sind, ihr Verhalten zu ändern, nur um die relative Benachteiligung des Andersseins zu vermeiden.“

Kinder

Zusammengefasst heißt das somit also:

Wir imitieren das Verhalten unserer Bezugsgruppen, denn es liegt in unseren Genen und wir passen uns an, selbst dann, wenn wir es besser wissen!

Es existiert eine Wechselwirkung zwischen Dir und Deinem direkten sozialen Umfeld. Dein Umfeld passt sich Dir an – Du passt Dich Deinem Umfeld an.

Es ergeben sich demnach zwei Konsequenzen:

Die erste Konsequenz betrifft deine Familie, Deine Kinder und Deinen Lebenspartner.

Du musst diese Menschen, die Du liebst, unbedingt positiv beeinflussen! Gib Dein absolut Bestes für sie! Wenn Du sie wirklich liebst, denkst Du nicht, sie hätten es verdienen, dass Du dir ehrlich Mühe gibst? Kann es sein, dass Du Dich oft gerade bei den Menschen, die Du am meisten liebst, am ehesten gehen lässt? Warum nehmen wir uns oft bei Menschen, die wir nicht einmal kennen, zusammen und zeigen uns dann später bei unseren Liebsten von unserer schlechtesten Seite?

Um ein großartiges Vorbild zu sein, musst Du zuerst selbst zu einem großartigen Menschen werden. Arbeit ist angesagt. Du musst an Dir arbeiten, Dich persönlich weiterentwickeln. Ich werde mich in den nächsten Beiträgen mit der Frage beschäftigen, wie man zu einem guten Vorbild wird!

Die zweite Konsequenz betrifft das Umfeld, das Du wählen kannst: Deine Freunde und Vorbilder. Umgebe Dich mit Menschen, die bereits so sind, wie Du gerne werden möchtest. Menschen, die Dich positiv beeinflussen, positiv auf Dich abfärben. Imitiere diese Menschen, kopiere und modelliere deren Verhalten. Wähle Deine 5 wichtigsten Bezugspersonen (Referenzgruppe oder Peer-Group auf Englisch) mit Bedacht. Glaubt man den Ergebnissen der neusten Forschungen auf diesem Gebiet, so wird man zu der Person, die dem Durchschnitt der eigenen Referenzgruppe entspricht. Umgebe Dich mit negativen Personen und Du wirst selber negativ werden. Diese Menschen werden Dich (meist unbewusst) zu sich runterziehen. Umgibst Dich aber mit positiven, lebensbejahenden Menschen, so werden Dich diese inspirieren und helfen, selber zu einem positive, lebensbejahenden Mensch zu werden.

Fazit:

Wer sich an vorbildlichen Menschen orientiert, wird selber zu einem Vorbild werden.

Maximus Invictus hat sich zum Ziel gesetzt Menschen zu helfen, zu GUTEN Vorbildern zu werden, denn:

Vergiss nie: Du bist ein Vorbild!

 

Maximus

 

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