Ich werde sterben ! (Fortsetzung und Ende)

Maximus Invictus

„Die grosse Tragödie des Lebens ist nicht der Tod, die grösste Tragödie des Lebens ist, was wir in uns haben sterben lassen, während wir noch leben.“

 

Ich bin letztes Jahr auf die „Stanford speech 2005“ von Steve Jobs gestossen. Sie geht tief unter die Haut, sie öffnet mir die Augen:

Dezember 2014, ich bin in Toronto – an einem mehrtägigen Seminar. Es heisst:

„Titan Summit“ – das Gipfeltreffen der Titanen.

Es ist fast schon obszön teuer und es geht, wie könnte es anders sein um … Erfolg.

Das Erfolgsseminar wird gehalten von einem Erfolgsguru oder wie die Amerikaner dazu sagen, einem „Success Coach“. Ich bin mit 100 anderen Managern an einem Seminar von Robin Sharma, dem Autor der Bücher „Der Mönch, der seinen Ferrari verkaufte“ und „The leader who had no title“. Robin zeigt uns das Video der Rede von Steve Jobs und fordert uns anschliessend auf, unsere Todesanzeige beziehungsweise eine kurze Rede zu verfassen, welche jemand, der uns sehr nahe steht, an meiner Beerdigung über uns halten wird. Danach muss sich jeder vorne hin stellen und zu einer feierlichen Musik diese Rede vor den anderen halten. Es fliessen viele Tränen…

Ab dem Moment, wo ich mir meiner eigenen Sterblichkeit bewusst werde, wo ich erkenne, dass meine Zeit hier begrenzt ist, werden all meine Errungenschaften, werden mein beruflicher und sportlicher Erfolg völlig unwichtig.

Ich stelle mir meine Beerdigung vor. Was wird man über mich sagen? Wer wird an meine Beisetzung kommen? Wie wird man mich in Erinnerung behalten? Welche Geschichten wird man über mich erzählen? Wofür steht mein Name? Was werde ich hinterlassen, was ist mein Vermächtnis? Werden kommende Generationen überhaupt wissen, dass ich je gelebt habe? Habe ich die Welt besser verlassen haben, als ich sie angetroffen habe?

Ich schreibe dann innerhalb 10 Minuten folgende Rede und wünsche mir, eine meiner beiden Töchter, Nina oder Céline, wird an meiner Beerdigung Folgendes über mich sagen:

„Er hat unser Leben verändert. Seine Liebe, Inspiration und Weisheit machten uns zu besseren Menschen. Seine unbändige Energie und sein Licht liess uns strahlen wie kleine Sterne. Er war ein Titan, er gab uns Hoffnung, denn wir waren wichtig für ihn. Er machte diese Welt zu einem besseren Ort.“

Kein Wort über meine Erfolge als Unternehmer oder Extrem-Sportler, kein Wort über mein Haus am See, kein Wort über irgendeine meiner Errungenschaften, auf welche ich in der Vergangenheit so stolz gewesen bin, kommt in diesen Worten zu Ausdruck.

Offensichtlich sind meinem Herzen, meiner Intuition ganz andere Sachen wichtig, als jene, die ich in der Vergangenheit so konsequent und erfolgreich verfolgt habe!

Ein Gefühl von Wärme und Glück überflutet mich: Ich habe noch Zeit! Ich habe noch die Möglichkeit durch Taten möglichst viel Sinn und Glück für mich und andere zu erschaffen! Natürlich werde ich sterben! Jeder von und wird dies einmal. Aber noch nicht heute! Ich schätze mich privilegiert: Ich habe diese Erkenntnis nicht erst, wenn es schon zu spät ist!

Viele Menschen erkennen die Bedeutung ihres Lebens erst, wenn es zu spät ist und ihr Leben zu Ende ist. Was für ein trauriger Ort wenn du dort ankommst,  was für ein trauriger Moment, wenn du dies erst dann erkennst!

Das erinnert mich an das Zitat „Wenn der Junge wüsste und der Alte könnte, gäbe es nichts, was nicht vollbracht würde“. Für viele von uns ist es zu dem Zeitpunkt, wo wir wirklich entdecken, worum es im Leben geht und wer wir eines Tage wirklich sein möchten, zu spät.

Die passiert z.B. in dem Moment, wo Dir Dein Arzt mitteilt, dass Du eine lebensbedrohliche Krankheit hast oder wenn jemand, der Dir sehr nahe steht und den du sehr liebst, im Begriff ist, Dich zu verlassen. Sei es, weil sein Leben sich dem Ende zu neigt oder aber, weil er einfach genug von Dir und Deinem Leben hat.

Musst du zuerst auf den Schmerz warten, damit du bereit bist, nach der Bedeutung Deines Lebens zu suchen, bereit bist, Deinen Lebenszweck zu erkennen?

Zu viele Menschen kommen an das Ende ihres Lebens und es ergeht ihnen wie dem Protagonisten aus Tolstoy’s Kurz – Geschichte Der Tod des Iwan Iljitsch:

Der Charakter dieser Geschichte stellt sich am Ende seines Lebens eine herzzerbrechende, grundlegende Frage. Er fragt sich: „ Und wenn mein ganzes Leben falsch war?“

Am Ende Deines Lebens, wenn Du in Deinem Totenbett liegst, wirst auch Du Dir auch diese fundamentale Frage stellen:

„Habe ich ein bedeutendes Leben gelebt, in welchem ich das Beste in mir zeigen konnte? Habe ich die Menschen, welche mich umgaben, geliebt, inspiriert und gefördert? Verlasse ich nun die Welt besser als ich sie angetroffen habe? Oder aber, habe ich meine Zeit damit verbracht, sehr beschäftigt gewesen zu sein, ohne aber je viel erreicht zu haben?“

Wir alle leben in dieser so beschäftigten Welt, wo wir alle so beschäftigt sind, meist die unwichtigsten Dinge zu tun. Ich frage dich deshalb: Bist Du effizient oder effektiv? Das ist ein fundamentaler Unterschied! Wenn du Effizienz bist, so machst du die Dinge richtig. Effektiv zu sein heißt jedoch, die richtigen Dinge zu tun. Tust du die Dinge im Leben, die Dir am meisten Freude und Befriedigung bereiten? Warum tust Du täglich, was Du tust? Und wo führt dich das hin?

Ich habe in den letzten Jahren viele Menschen getroffen, die Ihr „Zentrum“ verloren haben. Sie haben ihre Werte, ihre Ideale aus den Augen verloren. Das Zitat von Dr. Norman Cousins sagt es treffend: „Die grosse Tragödie des Lebens ist nicht der Tod, die grösste Tragödie des Lebens ist, was wir in uns haben sterben lassen, während wir noch leben.“

Es ist so unglaublich wichtig, Deine Tage mit Sinnvollem zu verbringen. Jeden Tag Deine Fähigkeiten, Deine Talente einzusetzen, um Menschen zu inspirieren, sie aufzubauen und zu fördern. Den Personen, die Dich umgeben zu helfen und so die Welt zu einem besseren Ort zu machen, so idealistisch dies auch klingen mag.

Deshalb verschiebe Dein Leben nicht auf später! Verschiebe es nicht, Grosses zu tun! Dein Leben ist zu kurz, um es mit Unwichtigem zu verbringen. Wir wissen nicht, wann unser letzter Tag kommt. Der heutige Tag ist alles, was Du hast. Du musst heute leben, heute das Leben geniessen und Spass haben! Aber verliere nie Deine Ziele, Deine Ideal und Werte aus den Augen, denn bevor dein Leben endet, wirst du darauf zurückschauen und Bilanz ziehen. Und Du wirst stolz sein können darauf, wie du gelebt hast! Du wirst sagen können: Ich war ein Vorbild und eine Bereicherung für die Menschen, die mich auf meinem Weg begleitet haben.

Ja, mein Freund: ich werde sterben!

ABER NOCH NICHT HEUTE !

Und ich habe beschlossen – solange noch ein Tropfen Blut durch meine Adern fliesst –

MEIN LEBEN ENDLICH ZU LEBEN


Das ist das Ende des Themas „Die Zeit ist reif“.

Nächste Woche geht’s weiter mit Erklärungen zum „Projekt Maximus Invictus“.

 

Was hältst Du von meinen Denkanstössen?

Bitte, sag mir was Du denkst, sage mir klar Deine Meinung. Ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal für die zahlreichen Kommentare und „likes“ auf Facebook bedanken. Was mir aber noch mehr gefallen würde, wäre, wenn Du Dich hier auf meiner WebSite zu den verschiedenen Beiträgen äussern würdest und Dich für meinen Blogpost einschreibst.

Maximus

 

 

Eine Antwort zu “Ich werde sterben ! (Fortsetzung und Ende)”

  1. Angel Love

    Ja, the moment we are born we are old enough to die. Ich finde es nicht makaber und nicht ein Zeichen von Depression über das eigene Tod zu denken. Lustigerweise habe ich vor zwei Wochen folgendes erlebt: ich sass im Zug von Basel nach Zürich, zurück von der Arbeit und dachte mir: ” Ah, wie scheisse: es regnet und das Sommer hier ist so schlecht und überhaupt, es gab ja kein Sommer. Ich will wieder nach Lanzarote oder Spanien egal wo dort, oder San Diego oder Mexico.oder schon morgen nach Thailand, nur nicht hier. Nur nicht hier und nur nicht jetzt.” Und dann gleich habe ich es gemerkt und mich gefragt: ” Warte mal, wenn mir jemanden sagen würde, ich hätte eine tödliche Krankheit oder mein Bein muss morgen amputiert werden und nur dann kann ich hier und jetzt weg in die Wärme??hmmm…dann wäre ich 100Mal lieber gesund und mit zwei Beine in die Kälte.” Ich finde das hat etwas mit Deine Geschichte zu tun. Wir leben zu wenig im Jetzt, wollen ständig irgendwas was wir nicht haben. Das erinnert mich an etwas, was ich vor kurzem gelesen habe (leider weiss ich nicht mehr in welchem schlauen Yoga Buch): Wenn wir aufhören das zu wollen, was wir nicht haben und anfangen das, was wir haben zu wollen, werden wir Glück finden.

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